Das Projekt: Bisherige Hauptergebnisse

In seiner ersten Förderperiode (2010-2013) hat der Forschungsverbund MedVet-Staph die folgenden 10 Hauptergebnisse erzielt. Ab/seit 2014 setzt der Verbund seine wissenschaftliche Arbeit fort.

  1. Nasale LA-MRSA Besiedlung von Menschen mit direktem Kontakt zu Nutztieren in Deutschland ist häufig und betrifft bis zu 77% der Schweinehalter. Diese Besiedlung ist überwiegend persistent; d.h. besteht auch nach Intervallen (> 1 Woche) ohne Tierkontakt weiter.
  2. LA-MRSA CC398 repräsentieren etwa 2% aller MRSA, die bei menschlichen MRSA- Infektionen in Deutschland gefunden werden. In Regionen mit hoher Nutztierhaltungsdichte ist dieser Anteil jedoch höher. Dort machen LA-MRSA bis zu 14% der MRSA, die bei Menschen mit tiefen Atemwegsinfektionen gefunden aus; sowie 11% bei tiefen Wundinfektionen und 8% bei Blutstrominfektionen. Der Anteil von LA-MRSA an allen beim Menschen isolierten MRSA ist zwischen 2004 und 2011 in Deutschland deutlich angestiegen.
  3. LA-MRSA werden nicht nur zwischen Tier und Mensch, sondern auch zwischen Menschen, die gemeinsam in einem Haushalt leben, übertragen. In einer Gruppe MRSA besiedelter Tierärzte waren deren Haushaltsmitglieder in 12,8% ebenfalls mit denselben Tier-assoziierten MRSA kolonisiert.
  4. MRSA wurde in 9,4% aller Wundabstriche von Pferden, 5,7% von Katzen und 3,6% von Hunden isoliert. Dabei repräsentierten typischerweise bei Nutztieren nachgewiesene CC398 13,2% der bei Hunden, 7,9% der bei Katzen und 88% der bei Pferden nachgewiesenen MRSA.
  5. Eine neue Variante des bei MRSA typischen Methicillin-resistenzgens mec (genannt mecC), die erstmals bei Tieren beschrieben wurde, wurde durch den Forschungsverbudn in Isolaten aus Deutschland nachgewiesen, was für die sichere Diagnostik von MRSA von Bedeutung ist.
  6. Neue übertragbare Antibiotikaresistenzgene, die teils auf mobile genetischen Elementen lokalisiert sind (z. B. vga(C), apmA, erm(T) und dfrK)  wurden in LA-MRSA nachgewiesen. Zudem wurden neue Mutationen die mit Fluoroquinolon-Unempfindlichkeit assoziiert sind und ein neues ABC Transporter Gen, welches Pleuromutilin-Lincosamid-Streptogramin A Resistenz vermittelt, erstmals in LA-MRSA nachgewiesen.
  7. Vorläufige Untersuchungsergebnisse des MedVet-Staph Forschungsverbundes zeigen, dass beim Vergleich von MRSA CC398 mit klassischen “humanen” MRSA Typen, MRSA CC398 ein hohes zytotoxisches Potential gegenüber humanen Epithelzellen aufweist und spezielle Virulenzfaktoren wie das α- und β-Toxin produzieren kann. Diese Ergebnisse zeigen, dass zoonotische MRSA CC398 wichtige Faktoren besitzen, um Infektionen des Menschen auslösen zu können.
  8. LA-MRSA besitzen reduzierte Bindungskapazitäten für humanes und Rinder-Fibronektin and adhärieren weniger suffizient an endotheliale und epitehliale Zellkulturen im Vergleich zu klassischen “humanen” MRSA. Dies deutet darauf hin, dass die Adhäsionsfähigkeiten von LA-MRSA kein wesentlicher Faktor sind, der es diesen MRSA ermöglicht die Speziesbarriere (Tier-Mensch) zu überwinden.
  9. Ein Model zur Vorhersage der spatio-temporalen Verteilung von LA-MRSA durch Nutztierhandel (und deren Prävention) wurde durch den Forschungsverbund entwickelt.
  10. Ein Model zur Identifikation kritischer Punkte entlang der Lebensmittelkette, die es LA-MRSA ermöglichen Lebensmittelkontaminationen zu verursachen wurde entwickelt, was die Möglichkeit der Etablierung präventiver Maßnahmen ermöglicht.
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